Das Erbrecht nichtehelicher Kinder

Das nichteheliche Kind ist nach der Mutter von je her ebenso  erbberechtigt, wie das eheliche Kind.

Das Erbrecht nach dem Vater beurteilt sich nach mehreren verschiedenen Gesichtspunkten. Es hat aber auf jeden Fall zur Voraussetzung, dass die Vaterschaft durch Anerkenntnis oder Gerichtsurteil festgestellt ist. Bei bestehendem Vaterschaftsverhältnis sind die nichtehelichen Kinder nach dem Erbrechtsgleichstellungsgesetz vom 16.12.1997 den ehelichen Kindern gleichgestellt, wenn der Vater ab dem 01.04.1998 verstorben ist. Dies gilt jedoch nicht für Erbfälle in den alten Bundesländern für Kinder, die vor dem 01.07.1949 geboren sind oder wenn der Vater vor 1970 verstorben ist. Eine Ausnahme hiervon ist gegeben, wenn der Vater vor dem 03.10.1990 seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort in den neuen Bundesländern hatte. In diesem Fall ist das Kind erbberechtigt, weil in der ehemaligen DDR die nichtehelichen Kinder den ehelichen Kindern gleichgestellt waren.

Alle vor dem 01.07.1949 geborenen Kindern haben weder ein gesetzliches Erbrecht noch einen Erbrechtsersatzanspruch. Für diese nicht erbberechtigten Kinder kann allerdings durch Vereinbarung zwischen dem Erblasser und dem Kind ein gesetzliches Erbrecht begründet werden. Dieser Vertrag bedarf der notariellen Beurkundung und der Einwilligung des eventuell vorhandenen Ehegatten. Ebenso kann in einem solchen Fall das nichteheliche Kind testamentarisch als Erbe eingesetzt werden.  Auch bei Erbfällen vor dem 01.04.1989 hat das nichteheliche Kind den vollen Erbanspruch, wenn der Vater beim Erbfall nicht verheiratet war und keine ehelichen Kinder hatte, ansonsten hat das Kind einen Erbersatzanspruch. Dieser Erbersatzanspruch besteht in Höhe des Wertes des Erbteils. Er ist ein Geldanspruch, der sich, wie auch der Pflichtteilsanspruch, gegen die Erben richtet.

Bei Vorversterben eines nichtehelichen Kindes hat die Mutter und auch der Vater, wenn das Kind nach dem Vater erbberechtigt war, einen Erbanspruch. Immer wenn ein Erbrecht des nichtehelichen Kindes wie oben dargelegt festgestellt ist, besteht auch für das nichteheliche Kind ein Pflichtteilsrecht oder auch Pflichtteilsergänzungsrecht, wenn es durch testamentarische Verfügung von der Erbschaft ausgeschlossen ist.

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