Die Ehescheidung

Laut Statistik wird in Deutschland deutlich seltener als früher der sog. „Bund für‘s Leben“ geschlossen. Gleichzeitig werden immer mehr Ehen geschieden. Nach fünf Ehejahren ist die Scheidungsrate besonders hoch. Diese Entwicklung hat den Gesetzgeber dazu veranlasst, mehr Eigenverantwortung der geschiedenen Eheleute zu fordern und den „Kinderbetreuungsunterhalt“ grundsätzlich zeitlich zu begrenzen.

In dem bekannten Gedicht „Das Lied von der Glocke“ von Friedrich Schiller heißt es „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, Ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu‘ ist lang.“ ... Doch was ist, wenn ich im Glauben, diesen Rat befolgt zu haben, geheiratet habe und mich nun doch wieder scheiden lassen möchte? Wann kann ich den Scheidungsantrag stellen? Brauche ich dafür einen Anwalt?

Grundsätzlich kann eine Ehe in Deutschland geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Voraussetzung hierfür ist, dass die Eheleute ihre Lebensgemeinschaft beendet haben und nicht erwartet werden kann, dass diese wiederhergestellt wird. Leben die Eheleute seit einem Jahr getrennt und beantragen beide die Scheidung oder stimmt der eine dem Scheidungsantrag des anderen zu, sieht das Gesetz vor, dass die Ehe gescheitert ist. Das gilt auch, wenn die Eheleute bereits drei Jahre getrennt leben. Getrenntleben bedeutet, dass kein gemeinsamer Haushalt und keine wesentliche persönliche Beziehung mehr besteht. Der Gesetzgeber verlangt also eine Trennung von Tisch und Bett, auch in den eigenen vier Wänden.

In Ehe- und Folgesachen besteht vor dem Familiengericht Anwaltszwang, sodass der Scheidungsantrag nur durch einen Anwalt gestellt werden kann. Möchten beide Ehegatten geschieden werden, benötigt derjenige Ehegatte, der dem Scheidungsantrag des anderen zustimmt, nicht zwingend einen Anwalt.

Nicht selten entsteht im Zusammenhang mit einer Ehescheidung weiterer Streit über:

- die Unterhaltszahlungen für die gemeinsamen Kinder und den anderen Ehepartner
- die Ehewohnung und den Haushalt
- den Umgang mit den gemeinsamen Kindern und das Sorgerecht für die Kinder
- und das Güterrecht.

Ist in diesen Fällen eine einvernehmliche Lösung zwischen den Beteiligten nicht mehr möglich, ist eine Beratung beim Anwalt oft unumgänglich und den Betroffenen auch zu empfehlen, um sich umfassend und kompetent über die rechtlichen Folgen einer Ehescheidung informieren zu lassen.


Unserer Kanzlei im Blickpunkt.
Schauen Sie rein.

Rechtsanwälte

Dr. Hans-Peter Wetzel*

Norbert Behm*

Stefanie Straub  

Unverbindliche Falleinschätzung

Unsere Bürozeiten

Montag - Donnerstag
08:00 - 12:30 Uhr, 13:30 - 18:00 Uhr 

Freitag
08:00 - 12:30 Uhr