Lackschäden durch Nachbars Katze

Das Amtsgericht Aachen hatte sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob die Halterin einer Katze für Lackschäden an vor ihrem Grundstück abgestellten Fahrzeugen haftbar gemacht werden kann (vgl. AG Aachen, Urt. v. 30.11.06 - 5 C 511/06).

Dem Verfahren lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Kläger, ein Nachbar der Tierliebhaberin, hatte wiederholt gesehen, dass sich die Katze der Beklagten wiederholt auf seiner Motorhaube, dem Fahrzeugdach und der Windschutzscheibe aufhielt. Als er eines Tages dort Kratzer im Lack feststellte, nahm er die Tierhalterin auf Schadensersatz bzw. der Beseitigungskosten in Höhe von 374,54 € in Anspruch.

Das Amtsgericht wies die Klage mit der Begründung ab, dass ein Nachweis, dass gerade die Katze der Nachbarin die Schäden verursacht habe, nicht erbracht werden kann. Selbst wenn man als wahr unterstellt, dass die Katze der Beklaten sich beinah täglich auf den Motorhauben, Dächern oder Windschutzscheiben der vor dem Haus geparkten Autos aufgehalten habe, erschließt sich dem Gericht dennoch nicht, weshalb die Kratzspuren gerade von der Katze der Nachbarin stammen sollten. Der Umstand, dass sich die Katze möglicherweise häufig auf Fahrzeugen aufhält, sei allenfalls ein schwaches Indiz für die Verursachung der behaupteten Schäden. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass andere Katzen ebenfalls auf dem Fahrzeug des Klägers waren. Da das Fahrzeug nicht rund um die Uhr unter Beobachtung stand, verbliebe die ernstzunehmende Möglichkeit einer anderen Urheberschaft. So ist allgemein bekannt, dass - insbesondere in den Abend- und Nachtstunden - sich Katzen zu zweit oder zu dritt auch im Umfeld von Kraftfahrzeugen aufhielten. Das Amtsgericht folgte damit im Ergebnis der Rechtsansicht der Tierliebhaberin.

Unserer Kanzlei im Blickpunkt.
Schauen Sie rein.

Rechtsanwälte

Dr. Hans-Peter Wetzel*

Norbert Behm*

Stefanie Straub  

Unverbindliche Falleinschätzung

Unsere Bürozeiten

Montag - Donnerstag
08:00 - 12:30 Uhr, 13:30 - 18:00 Uhr 

Freitag
08:00 - 12:30 Uhr